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[Bild: Ars Electronica 99] |
Life-Science
Ein Netz-Symposium ohne Diskutanten
Verwunderlich: Bisher hat sich noch hat sich niemand zu Wort gemeldet: Am 20. April startete das Ars Electronica Netzsymposium zum Thema des diesjährigen Festivals (4. bis 9. September 1999): "Life-Science", der Wissenschaft vom Leben. Aber: Die Mailing-Liste besticht rund drei Wochen nach ihrem Start durch Übersichtlichkeit: Abgesehen von vier ars-internen Beiträgen [und einem Begrüßungs-Wort der Moderatorin Birgit Richard], gibt´s nix zu lesen. Ist die vorgegebene Latte durch Gerfried Stocker, Georg Schoefbaenker und Eduardo Kac für eine öffentliche Auseinandersetzung zu hoch gelegt? Sind Birgit Richards Publikations-Kriterien bei der Durchsicht der eingehenden mails zu streng? Ist die homepage der Ars Electronica eine Page-Impressions-Niete und niemand weiß vom Symposium? Oder ist ein allgemeines Interesse an Gen- und Biotechnologien schlicht nicht vorhanden? Das diesjährige Festival setzt mit Life-Science den Focus auf die Schlüsseltechnologie der kommenden Jahr(zehnt)e: Gen- und Biotechnologien gestalten zunehmend lebende Formen und Strukturen. Der menschliche Wunsch nach Unsterblichkeit und unbegrenzter Gestaltungsfreiheit des Lebenden rückt näher. Gleichzeitig steigen Befürchtungen und Ängste: Wer kann mögliche Entwicklungen und Folgen abschätzen? Darf der Mensch alles was er kann? Entwickeln die Kenntnisse eine Eigendynamik, die schneller ist, als das Bewußtsein, das mit ihnen umgehen soll? Auch die Machtstrukturen werden sich verändern: Nur wenige Experten im Umgang mit Bio- und Gentechnologien, den Schlüsseltechnologien der kommenden Jahr(zehnt)e, werden zu zentralen Schaltstellen und Entscheidungsträgern. Die Kinder der digitalen Revolution sind der Pubertät inzwischen entwachsen und die einst alles auf-den-Kopf-stellenden Entwicklungen gehören bald schon zum Alltäglichen. Gleichzeitig vollzieht die Wissenschaft vom Leben einen Wandel zur Informationswissenschaft: Die Biosemiotik untersucht Kommunikations- und Bezeichnungsvorgänge in lebenden Systemen. Dieser nächste Schritt der Ars Electronica ist also durchaus konsequent: Die Koppelung von Computertechniken mit der Gestaltung des Lebens steht an. Was fangen wir jetzt damit an? Die Diskussion ist eröffnet. Ars Electronica 99 / Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft
(11. Mai 1999. Sabine Schally) © wink.at : e-mail : wink.magazin@chickmail.com |
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