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Spamverbot!Österreich stellt unerwünschte Reklame-Emails unter Strafe Email-Werbung ist lästig. Ebenso lästig wie das tägliche Plastik-Sackerl an der Haustür mit der Garantiert-gratis-frei-Haus-gelieferten-Konsumenten-Information.
So wird sich also das Plastiksackerl-Desaster im Online-Österreich nicht wiederholen: Ein gemeinsamer Antrag aller fünf Parlamentsparteien im Justizausschuß des österreichischen Parlaments war ausschlaggebend für die Verabschiedung des Anti-Spam-Gesetz. Und damit positionierte sich Österreich gegen die (ganz wirtschafts-orientierte) Brüsseler Linie. Dort hieß es zunächst: Alles erlaubt, es sei denn jemand beschwert sich. In diesem Sinne regte die Kommission für den ECommerce-Richtlinienentwurf kürzlich noch lakonisch an, Listen einzurichten, in denen sich eintragen könne, wer keine unbestellten mails wolle. Daß die wirtschaftlichen Interessen von den sich-nicht-direkt-bezahlt-machenden Argumenten geschlagen wurden ist erstaunlich. Maßgeblich daran beteiligt waren die österreichischen Organisationen EuroCAUCE, media-nexus, public netbase, quintessenz, und VIBE.AT. Diese forderten die Mitglieder des Justiz-Ausschusses in einem offenen Brief auf, die Gelegenheit zu ergreifen und einen längst überfälligen Passus für das Verbot von Spam (unverlangten Massenaussendungen per E-Mail) einzufügen - der bis zu diesem Zeitpunkt noch vollständig fehlte. Auch die ISPA (Verband der öst.Internet-Provider) unterstützte den Brief. Erst Ende März war der österreichische Gerichtssachverständige und Journalist Dieter Zoubek noch daran gescheitert, ein unerwünschtes Werbemail mittels des §101 des Telekomgesetzes zum Gegenstand einer Klage zu machen.
Jetzt ist diese Brücke über das Telekomgesetz nicht mehr notwendig: Es wird entsprechende, medienspezifische Gesetze geben und sowohl das Image der Online-Wirtschaft als auch die User haben (wenigstens im deutschsprachigen Raum) ihre Ruhe. (07. Juli 1999. Sabine Schally) © wink.at : e-mail : wink.magazin@chickmail.com |
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