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Kein "Weissbuch light"Was das Weißbuch wirklich ist und was es für die österreichische Kulturpolitik tatsächlich bedeutet, werden uns die zuständigen PolitikerInnen noch zeigen. Was die AutorInnen davon halten steht fest: Bei der Pressepräsentation des Weißbuches am 20. Mai 1999 beteuerten die Hauptverantwortlichen (sich selbst, einander und auch allen anderen Anwesenden) die Groß- und Einzigartigkeit des Schriftstückes: "Soetwas hat es in Österreich noch nie gegeben!" (Ruiss), "Ein gelungenes Werk, eine herzeigbare Analyse, auf der man aufbauen kann!" (Wittmann), "Wir haben etwas vorgelegt, das konkrete Maßnahmen zeigt!" (Zinggl), "Das Weißbuch ist zielorientiert, entwicklungsfähig, sehr offen!" (Bogner), "Es gibt Perspektiven an!" (Ruiss) "Eine Handlungsanleitung an die Politik!" (Wittmann), "Verwendbar für alle Politiker!" (Bogner), ... usw., usf. ... Voller Euphorie wurde das Ergebnis eineinhalbjähriger Arbeit der Öffentlichkeit präsentiert. Auch Staatssekretär Peter Wittmann (als anwesender Vertreter des Auftraggebers) betont, mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Eine Tatsache, die (wie auch Endredakteur Gerhard Ruiss gleich vorweg bemerkte) eigentlich bedenklich stimmen müßte. Schließlich sprach Wittmann damit Lob für die Kritik an einem System aus, das er bisher mitgetragen und verteidigt hatte. Ist der Auftrag zum Weißbuch also das Eingestehen von Mißständenden in der österreichischen Kulturpolitik? Haben deshalb Angestellte aus dem Bundeskanzleramt (siehe Redaktionsteam : Kunstsektion, Büro des Staatssekretariats für Kunst und Büro des Bundeskanzlers) am Weißbuch mitarbeiten sollen, dürfen, müssen, können...?
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