Peter Wittmann
Peter Wittmann

Dr. Peter Wittmann,

Staatsekretär

27.8.99 / 16.01 Uhr

1. Was wären Ihre wichtigsten Anliegen, für die Sie sich von der ersten Stunde an stark machen würden, bzw. was wäre Ihre allererste Amtshandlung?

Erste Amtshandlung wäre eine dauerhafte, praktikable und endgültige Lösung der Künstlersozialversicherung

Meine weiteren Anliegen sind u. a.:
- Kampf um die Buchpreisbindung
- Fortsetzung der Schwerpunkte Film und Architektur

2. Welche Rolle sollte Kunst in unserer Gesellschaft spielen? In welche Bereiche würden Sie besonders investieren, um Ihr Ziel zu erreichen?

Kunst fungiert als Eisbrecher, Kunst hat eine stark grenzüberschreitende Dimension:
Das wurde in meiner Ära auch praktisch so gehandhabt - siehe Diskussion der Kulturminister in Linz anläßlich des informellen Kulturministerrates.
Kunst kann Perspektiven verändern und diese Veränderungen (er)lebbar machen.
Der Staat soll, kann, darf und wird sich sich dieser Verantwortung nie entziehen.
Schwerpunkte siehe Beantwortung der Frage 1)

3. Stichwort: "Weißbuch" - wo liegen die Notwendigkeiten und Grenzen der Politik ins Kunstgeschehen bzw. dessen Rahmenbedingungen einzugreifen?

Größte Verantwortung der Politik ist es, diese Rahmenbedingungen herzustellen, in denen Kunst entstehen und sich weiterentwickeln kann

Das Weißbuch beinhaltet kurz-, mittel- und langfristige Aufgaben.
Die Politik ist im Fall Weißbuch zugleich Auftraggeber und auch Auftragnehmer - damit sind die Politik und die Maßnahmen für die Kunst transparenter und kontrollierbar geworden.

4. Glauben Sie, daß es eine gute Entscheidung war, von der Kunst als "Chefsache" abzukehren und ein eigenes Ministerium einzurichten? Warum?

Ich befürworte grundsätzlich ein eigenes Ministerium, das die Kunst- und Kulturagenden aller Ressorts zusammenfaßt (Auslandskultur vom Außenministerium, Museen vom Unterrichtsministerium, zeitgenössische Kunst und Medien vom Bundeskanzleramt).

Doch halte ich es für absolut richtig und wichtig, daß 1997 die Agenden des Staatssekretariats für Kunst, Europa und Sport beim Bundeskanzler angesiedelt wurden, da im anderen Fall langwierige Vorhaben, wie z.B. die Ausgliederung der Bundestheater schwieriger und auch eine Budgeterhöhung von 2% unwahrscheinlich gewesen wären.

5. Mit welcher Kunst würden Sie sich in Ihrem Büro umgeben wollen?

Mit zeitgenössischer Kunst.



Liebe Grüße
Hari Schörner
Pressesprecher des Staatssekretärs Dr. Peter Wittmann









(15. Juli 1999. DK/sab/SL)

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