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Lioba Reddeker, Bundeskunstkuratorin

25.8.99 / 21.21 Uhr

Der Grund meines "Nicht-Zu-Einem-Kulturminister-Konzept-Kommens" liegt simpel darin begründet, daß wir - die "Kunst" Involvierten - die Fage der Bundeskunstkuratoren nicht einfach der aktuellen- bereits Wahlkampf-geprägten - Tagespolitik überlassen wollen.

Die Bundeskunstkuratoren sind ein wichtiger Eckstein in der Kunstförderung in Österreich UND (!) in der Diskussion um die Beziehungen zwischen Politik und Geld, PolitikerInnen und geförderten KünstlerInnen. Alles, was ich persönlich in die Funktion einer Kulturministerin einbringen könnte, habe ich in zahlreichen Texten der letzten 3 Jahre formuliert. Einen Text, der das Thema der Politik und des Geldes in der Kunst explizit bearbeitet, ist auf der erwähnten homepage unter dem titel "Cosí fan tutte" zu finden.

Tendenziell würde ich auf eine starke Entflechtung zwischen Motivationen einer Tages- und Partei-Politik und den österreichischen Kunstschaffenden hinarbeiten. Es ist teilweise kaum noch zu glauben, wie stark - als Ersatz für eine kompetentes, kritisches, aufmerksames Publikum (das uns in Österreich noch an vielen Stellen fehlt) - die KünstlerInnen und Künstler, entsprechende Verbände und Interessensvertreter auf die Aufmerksamkeit der Politik pochen, sie einfordern und immer wieder glauben, darin liegt die Legitimität und Relevanz der aktuellen Kunst! Mitnichten!
Kunst ist ein arbeitsteiliges Feld aller daran Interessierten und dieses Interesse artikuliert sich entlang von (künstlerischen) Themen und Inhalten; zumindest sollte es das! Und mit einer solchen Auswahl und Bearbeitung von Themen sollten natürlich die KünstlerInnen sich auch als politisch aktive TeilnehmerInnen in unserer Gesellschaft verstehen!

Und: >Kunst< ist ein Feld von Konkurrenz und Machtkämpfen, aber der Kämpfe um symbolische Macht in Bezug auf die von KünstlerInnen bearbeiteten und gestalteten Themen im internationalen Diskurs und Kunstmarkt. Daß der Kampf um ökonomisches Überleben - das schwer genug ist für KünstlerInnen - dann vielfach über das Feld der Politik und der Kunstförderung/Verwaltung ausgetragen wird und dort zu den zum Teil absurdesten Konstellationen führt, kann ich schwer akzeptieren.










(27. August 1999. DK/sab/SL)

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