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Disturbing BehaviorHighlight Film, der deutsche Verleih von DISTURBING BEHAVIOR versteht es meisterlich, Filme mit so lahmen Trailern zu bewerben, daß niemand den Film sehen will. Erst letztens bei SOLDIER (Regie: Paul Anderson) zog es einem Angesichts der schlechtesten Sprüche des Jahrtausends die Schuhe aus: Für diesen Soldaten kann es zu spät sein, sich als Mensch zu fühlen. Der von DISTURBING BEHAVIOR ist auch nicht ohne: Unter der perfekten Fassade lauert das Böse. Aber aufgepaßt: Auch wenn der Film wie ein x-beliebiger SCREAM-Rip-off beworben wird, der Film von Regisseur David Nutter (THE X-FILES) hat's in sich: Steve (James Mardsen) ist neu in Cradle Bay, einem Kaff irgendwo in den Staaten. Seine Familie ist aus Chicago weggezogen um den Tod von Steve´s Bruder zu vergessen. In der Schule findet Steve in Gavin (Nick Stahl) schnell einen Freund. Der wiederum hat keine Freunde mehr, denn fast alle von Gavin´s Kumpel haben den Joint mit dem Football vertauscht. Gavin glaubt, daß eine Verschwörung alle Jugendlichen zu braven Snobs, den "Blue Ribbons" macht. Zuerst glaubt Steve seinem neuen Freund nicht, doch als der plötzlich selbst ein "Blue Ribbon" wird, wittert Steve die Lunte. DISTURBING BEHAVIOR ist weniger ein Horrorfilm, sondern mehr eine neue Variante der "Körperfresser"-Filme, nur das die eigentliche antikommunistische Botschaft ähnlich wie zuletzt bei THE FACULTY (USA 1998, Robert Rodriguez) mit Problemen der "Generation X" vertauscht wird. Sehr schön ist da gleich zu Beginn eine Szene, in der Gavin Steve die Cliquen der Cradle Bay High School vorstellt: die Rocker, die Skater, die Nerds, die Snops, schön! Kennen wir das nicht alle? Und während in vielen "Tennie"-Filmen, wie auch in SUICIDE KINGS (daher die Schlagzeilen zu beiden Rezensionen) die Snobs als Helden gelten, verkörpern sie hier, anstelle der Kommunisten in den Original-Filmen, das Böse. Nett. Mit seiner nihilistischen Botschaft erinnert der Film ein bißchen an den scheintoten John Carpenter und Natter´s Regie ist durchaus solide. Unter ihm sind alle Schauspieler überzeugend anzusehen. Als besonderes Schmankerl: William Sadler (u.a. DIE HARDER) als düsteren, aber gutherzigen Hausmeister. Ebenso wie SOLDIER wurde auch an DISTURBING BEHAVIOR ordentlich geschnitten, nur das die Schnitte diesmal sehr dezent ausgefallen sind. Schade ist, daß dabei eine Sexszene zwischen Mardsen und Katie Holmes (THE ICESTORM) der Schere zum Opfer fiel. Denn die Liebesgeschichte der beiden ist eigentlich sehr romantisch. Etwas unrealistisch, aber dafür um so witziger ist dabei eine Szene zwischen Steve und der bereits "versnobten" Mary Jo (Natassia Malthe). Der ist natürlich Sex völlig fremd, doch als der süße Steve vor ihr steht falle die Hüllen. Der Hammer ist, das Steve aber kein Interesse an dem nackten Model vor sich hat, er ist ja an Rachel (Holmes) interessiert. Sehr edel der Gute, aber dennoch dumm. (August 1999/ Patrick Winkler) Filmdaten:
DISTURBING BEHAVIOR © wink.at : e-mail : wink.magazin@chickmail.com |
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