![]() | ||
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Soldier /Star Force SoldierDie Armee der Zukunft: Von der Kindheit an werden die Soldaten zum Töten gedrillt. Ihre Mama ist die Einheit, wer versagt, wird vor den anderen hingerichtet und statt Fernsehen gibt's Bluthunde die Wildschweine töten. Mit dieser schnell geschnittenen Einstiegssequenz wird das Tempo den neuen Films von EVENT HORIZON - Regisseur Paul Anderson gleich angehoben um dann umgehend zu stagnieren. Todd (Kurt Russel) ist einer dieser Soldaten, und wird damit konfrontiert, daß es jetzt neue, noch stärkere Soldaten gibt. Unter ihnen auch Jason Scott Lee, bis zur Unkenntlichkeit auftrainiert. Also landet Todd auf dem Müll und zwar auf einem Müllplaneten, wo einige Ökos wohnen. Warum die dort sind, ist nicht so ganz klar. Jedenfalls ist jeder von denen ein Ned Flanders und sie kümmern sich sehr lieb um den verletzten Todd. Der spricht allerdings kaum und macht nur Ärger also werfen sie ihn raus. Als allerdings ein Trupp der neuen Soldaten zur Übung den vermeintlich unbewohnten Müllplaneten von jeder Lebensform säubern will, rufen die Ökos schnell wieder nach dem starken Mann. Mit SOLDIER gibt es ein ambivalentes Problem, denn einerseits ist der Film sauschlecht, andererseits wurde er vom Verleih so verstümmelt, das dies nach Gerechtigkeit schreit, daher diese Besprechung. Paul Anderson kann nicht Regie führen. Er hat Stars, eine brauchbare Story und trotz EVENT HORIZON ein üppiges Budget und setzt alles in den Sand. Nicht nur, daß er die Schauspieler führt wie einen Flohzirkus, er hat auch keinen Plan von Science Fiction. Der Film bewegt sich inhaltlich wie geographisch nicht vom Fleck. Das ganze Budget wurde in eine Müllhalde gesteckt und Effekte produziert, die ein Commodore 64 entworfen haben könnte. Und die verbalen Konflikte zwischen Todd und den Müllbewohnern wirken künstlich. SOLDIER erinnert sehr an die billigen Van Damme- der Seagal-Filme, bei denen auch vordergründiger Pazifismus verwendet wird, um Gewalt zu rechtfertigen. Wir wollen nur die Gewalt! In einer Szene rettet ein Junge seinen Eltern das Leben, nachdem ihm Todd gezeigt hat, wie man Schlangen tötet. Also schickt euren Nachwuchs zur Armee, daß sie das auch für euch tun können. Auch das Frauenbild könnte aus besten Chuck Norris-Filmen stammen. Da gibt es eine Frau unter den Ökos, die beim Anblick von Russel´s Muckis zu sabbern beginnt. Die ist aber treu mit einem Flanders-Klon verheiratet, der das merkt und dann auch noch nett zum Soldaten Todd ist! Wo sind die starken Männer, bitte? Natürlich geht der Gatte mitsamt seinem Pazifismus vor die Hunde als die neuen Soldaten angreifen und seine Frau schmilzt zielsicher in Todd´s Arme. Nach diesem verdienten Flop an der amerikanischen Kinokasse, hat sich Warner Bros., die den Film produzierten, vom Verleih zurückgezogen. Jetzt wird der Film von Highlight in unseren Kinos gebracht. Die haben es auch verstanden, dem Film mit dem lahmarschigsten Trailer seit Menschengedenken zu vermarkten. Der Hammer ist aber die Zensur. Von den geplanten 98 Minuten, liefen bei der Pressevorführung gerade noch 80. Da wurde geschnitten, was das Zeug hält. Fehlen am Anfang nur Kleinigkeiten, wie etwa der Kampf der Bluthunde mit dem Wildschwein und die Hinrichtung eines dicken Kindsoldaten ("Weight Watchers" mal anders), so nimmt die Schnippelei gegen Ende wahrlich kryptisierende Formen an. Das ganze Finale von SOLDIER wurde mit unpassenden Jump-Cuts "zusammengefaßt". Nein! So nicht, werter Verleih. Was uns die deutschen Zensoren da vorsetzten spottet jeder Kritik. Es fehlen sogar Aufnahmen, die im Trailer vorkommen (!). Offenbar waren die Damen und Herren von der deutschen FSK schon müde als sie sich den Film vorknöpften und schnitten alles, wo vielleicht ja noch Gewalt folgen könnte. Ich dachte dieser Absolutismus wäre mit den Achtzigern untergegangen. Auch wenn der Film der letzte Schrott ist, wenigstens Perverse und Medizinstudenten hätten ihre Freude gehabt. (August 1999/ Patrick Winkler) Filmdaten:
SOLDIER /STAR FORCE SOLDIER Kurt Russel Jason Scott Lee Connie Nielsen Michael Chiklis Gary Busey u.a Verleih: Wienstart: 5.8.1999 © wink.at : e-mail : wink.magazin@chickmail.com |
|