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VAMPIRESJohn Carpenter gehört zu jenen Genies, der Kategorie Wes Craven, denen tatsächlich Meisterwerke filmischer Natur gelungen sind, nur um sich selbst dann von Film zu Film zu degradieren. Mittlerweile haben Carpenter und Craven mehr Schrott als gute Filme produziert und die Hoffnungen vergangener Tage sind so tot wie Freddy Krüger oder Mike Myers. Nur die kehren ebenso unerfreulich wie deren einstige Erfinder immer und immer wieder zurück, wo sich jeder still und heimlich wünscht, sie würden vom Traktor überfahren werden. Die Monster wie deren Schöpfer. VAMPIRES ist die Geschichte des Vampirjägers Jack Crow (wie originell der Name), gespielt von James Woods, der mit einer Busladung Mostschädl unterwegs ist, um Blutsauger zu vernichten. Die Rede ist nicht von Gelsen oder Moskitos, sondern wie der Filmtitel dezent andeutet, von Vampiren (Huhu). Zum Glück ist einer der Beißer so nett gleich zu Filmbeginn fast alle Vampirjäger umzulegen, so das der Film alle Splatterfreunde zum Grinsen bringt und wir uns die schlechten Sprüche der gegärten Apfelsaftköpfe nicht länger anhören müssen. Leider überlebt außer Crow noch ein zweiter Prolo (Daniel Baldwin), der glaubt den Kotzeffekt seiner dahingeschiedenen Freunde ersetzen zu müssen und einfach den Mund nicht mehr hält. Und nur weil er Baldwin heißt, bedeutet das noch lange nicht, daß er gut schauspielern kann. Überhaupt wirkt er wie die fettsüchtige Version seiner Brüder, die von Kim Basinger und Sharon Stone bis hin zu zwei TWIN PEAKS - Schwester (Lara Flynn Boyle und Sherilyn Fenn) ziemlich viele schöne Frauen befummeln durften (Neid!). Und jetzt hat der Fettsack mit den schlechten Monologen seine Griffel an Sheryl Lee, der schönsten Leiche der Welt (Laura Palmer in TWIN PEAKS von David Lynch), da soll noch einer behaupten es gäbe Gerechtigkeit. Der Film schwimmt (offenbar nach Wunsch der Produzenten) auf der FROM DUSK `TILL DAWN (Robert Rodriguez, USA 1996)-Welle und ist an sich dementsprechend blutig. Nur wie bei allen Tarantino-Filmen funktioniert deren Schmäh nur im Original. Jeder Abklatsch (keine Angst, in den nächsten Jahren werden uns, nach dem PULP FICTION an jeder Provinztankstelle gekauft werden kann, Tarantino-Ripp-Offs die Mattscheiben einrennen) ist daher zum Scheitern verurteilt. Abgesehen davon, daß VAMPIRES die Frische des Tarantino/Rodriguez Films fehlt, vermißt man auch gänzlich die nihilistische Handschrift John Carpenter´s. Da gibt es doch tatsächlich Überlebende. Vor Jahren hätte er sich das nie getraut, aber das ist halt lange her. Nun ist VAMPIRES gar nicht mal so schlecht. Viel Action, nicht nur schlechte Sprüche (deutsche Version boykottieren!) und ein nettes Tempo halten den Zuseher auf seine Primitivität reduziert, bei Laune. Nur wenn man bedenkt, daß dieser Regisseur anno dazumal HALLOWEEN (1978) oder ESCAPE FROM NEW YORK (1981) gemacht hat, dann kommen einem doch die Tränen. (Juli 1999/ Patrick Winkler) Filmdaten:
VAMPIRES James Woods Daniel Baldwin Sheryl Lee Thomas Ian Griffith Maximilian Schell Tim Guinee Verleih: Wienstart: 8.7.1999 © wink.at : e-mail : wink.magazin@chickmail.com |
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