THE MATRIX

Mit THE MATRIX (Regie: "The Wachowski Brothers", ungefährlich) gibt es ein Problem: den Trailer zum Film. Denn eigentlich wird jede(r) sich an dem grandiosen Trailer orientieren, wenn er sich den den Film ansieht, um dann gezwungenermaßen enttäuscht zu sein, denn das Tempo der Werbung hat THE MATRIX selbst nicht. Auch ist es dabei ärgerlich, daß der Trailer schon das gesamte Pulver des Films verschießt, denn wirklich jede große Szene kommt bereits im Trailer vor. Der Film ist also eine Langversion des bereits Gesehenen mit einem riesen Loch in der Mitte.

Dabei hat dieser Trailer gar keinen Grund so verschwenderisch zu sein. Denn ein Bruchteil der Bilder hätten viel neugieriger gemacht als alles zusammen. Der Trailer wirkt so als wolle man einen vorprogrammierten Flop retten, alles wird auf eine Karte gesetzt. Dabei hat der Film das gar nicht nötig, denn er ist gut! Der Trailer wird die (Prolo-)Massen ins Kino locken und Joel Silver (Produzent) wird um eine Null an der richtigen Stelle seines Bankkontos glücklicher sein.

Neo (Keanu Reeves) muß erfahren, daß es die Welt gar nicht gibt, alles ist nur Illusion eines Computers. Einige Rebellen glauben, daß Neo der Auserwählte ist, der die Welt aus dieser "dümmlichen" Lage befreien kann. Beim Überleb/gen helfen ihm Laurence Fishburne und Carrie-Anne Moss (sabber!).

Mehr über den Inhalt dieses simplen, aber durchaus spannenden Science-fiction Film zu verraten, würde das Vergnügen ihn zu sehen entscheidend reduzieren. Einige der Szenen sind wirklich eine Reizüberflutung aller Sinne. Glaubt mir bei Moss (sabber!) und Reeves bleibt kein Sinn unberührt. Gut gestylte Kämpfer in perfekt designten Kostümen führen Kämpfe, die man mindestens fünf mal sehen muß um ihre Faszination voll auszukosten.

Leider hat dabei einmal erneut der Trailer den spannenderen Effekt, nämlich als Neo und Trinity (Moss, sabber!) gerade Massenmord an (nichtexistenten) Wachmännern üben und das Fest für die Augen von der Musik der brillianten, aber hier einfach nicht passenden Propellerheads untermalt wird. Im Trailer kommt an der Stelle Klassik (Orff oder so).

Und da wir hier von einem Actionfilm reden, dürfen die obligatorischen Kracher nicht fehlen. Etwa als ein Trupp Polizisten unsere Helden in einem Haus sucht. Da schauen doch die Bullen tatsächlich in ein Zimmer, wo unsere Helden in einem hausgroßen Loch in der Wand verschwunden sind, und die sehen das nicht! Und einer der Schurken, soviel sei verraten, heißt Cypher (Joe Pantoliano), also zufällig so wie der Teufel (Robert de Niro) in ANGEL HEART (Alan Parker, USA 1986). Aber macht ja nichts.

Allerdings leistet die Regie-Boygroup Wachowski Beeindruckendes. Wirklich das ganze Schauspielerensemble ist überzeugend und jede Szene brauchbar, wenn auch zu viele langsame und zuwenig schnelle. Aber Längen sind sowieso das Krebsgeschwür von Hollywood. Nur weil TITANIC und SCHINDLERS LIST drei Stunden gedauert haben, muß jetzt nicht jeder Film in Überlänge daherkommen. Aber Science Fiction ist halt auch ein Genre, das gerne ausführlich erzählt und rezipiert werden will.

(Juli 1999/ Patrick Winkler)


Filmdaten:

THE MATRIX
USA 1999, Länge: 136 Minuten
Regie und Drehbuch: Larry und Andy Wachowski
Kamera: Bill Pope
Produktion: Joel Silver
Musik: Don Davis

Darsteller:
Keanu Reeves
Carrie-Anne Moss
Laurence Fishburne
Joe Pontaliano
Hugo Weaving

Verleih:
Warner Brothers

Wienstart: 17.6.1999


© wink.at : e-mail : wink.magazin@chickmail.com

zurück

trailer
Wir kochen eine Matrix

website