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Sammlung RothschildMiszellen aus dem MAK-AlltagEin Blick in die hauseigenen Inventarbücher macht deutlich, dass jedes einzelne aus Privatbesitz stammende Objekt, welches durch Konfiskation, Zuteilung, Bergung, als erzwungene Schenkung, Widmung oder Leihgabe in die Museumsbestädne gelangt ist, seine individuelle Geschichte geschrieben hat. Nicht nur die Art und Weise, auch der Zeitpunkt der jeweiligen Aufnahme variiert beträchtlich. Genauso ist auch der Verbleib mancher Objekte schwierig zu rekonstruieren. Vieles wurde restituiert, manches ging verloren, wurde eingetauscht oder gar verkauft. Neben den
Einträgen
Beispielsweise wurden zwei von Blumelhuber gearbeitete Eisenobjekte, ein Fingerring und ein Brieföffner,
an Rudolf Gutmann rückerstattet. Aus dieser umfangreichen Kunstsammlung stammte auch eine
Dürer-Graphik, eine Madonna mit Kind des Jahres 1516, welche 1946 restituiert wurde. Eine von der
Gestapo eingezogene Elfenbeindose des frühen 19. Jahrhunderts wurde im August 1947 an Frau
Schüller rückerstattet. Clarisse Rothschild erhielt ein Tafelmesser und eine Gabel,
Nürnberger Goldschmiedearbeiten des 17. Jahrhunderts ausgefolgt. Ihre Tochter, Bettina Looram, kam nun
anläßlich der Rückgabe von 73 Katalognummern aus der beschlagnahmten, z.T. restituierten,
z.T. wieder abgepreßten Familiensammlung im Februar dieses Jahres persönlich ins MAK,
um eine bescheidene Auswahl der von ihr einbehaltenen Objekte zu treffen.
Für die Erben der Sammlung Huber, welche Rückgabeansprüche angemeldet hatten, taten
sich unerwartete Schwierigkeiten auf. So wurden Listen der betreffenden Provenienz angelegt,
die Objekte gesammelt, jedoch noch nicht ausgefolgt.
(06.09.1999. Dagmar Redl)
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